Da das „Alleine bleiben“ immer wieder ein wichtiges Thema in der Hundeerziehung ist, dachte ich mir, dass ich hier mal unser aktuelles Training erkläre.
In diesem Thread beziehe ich mich hauptsächlich auf das Training mit einem Kennel.
Als Zimmerkennel kann man eine Flugbox oder einen Metallkäfig benutzen. Ich habe mich für einen Metallkäfig entschieden. Die Box oder Käfig sollte immer so groß sein, dass der Hund drin stehen, wenden, strecken und schlafen kann, er sollte sich nicht wie eine Presswurst fühlen. Am besten nimmt man den Kennel immer 1 bis 2 Nummern größer. Ich habe mich für einen Kennel in der Größe XL entschieden.
Der „Käfig“ soll dem Hund beim alleine bleiben Sicherheit und Geborgenheit vermitteln, wie z. B. eine sichere Höhle. Die meisten Hunde können ja auch ohne Probleme im Auto alleine bleiben, wie mein Hund auch, da er sich im Auto geborgen fühlt und weiß, dass er mit kommt und diese Sicherheit müssen wir auf den Kennel übertragen.
Da der Käfig keine Wände wie eine Box hat, legt man Teppiche darüber, so das nur die Vorderseite offen ist.
Kennels eignen sich für Hunde, die während des alleine bleibens ihren Stress z. B. an der Wohnungseinrichtung auslassen oder für Hunde die wie wild durch die Wohnung rasen und nicht zur Ruhe kommen. Ärger und Stress den man vermeiden kann.
Ansich kann Amon alleine bleiben, er macht nichts kaputt und jault nicht, aber rast durch die Wohnung u. wenn ich die Haustüre aufschließe erwartet mich ein Häufchen Elend dahinter. Das ist für mich ein Anzeichen für Stress, den er nicht haben muss. Da er aber alleine bleiben muss, will ich ihm das alleine bleiben so angenehm wie möglich machen.
Meiner Meinung nach hat ihm auch niemand das alleine bleiben beigebracht, man hat ihn einfach immer alleine gelassen u. angenommen, dass er das könnte – den gleichen Fehler habe ich auch gemacht (das kommt bei Th-Hunden öfters vor). Einem Hund sollte man beim alleine bleiben auch nie die ganze Wohnung zur Verfügung stellen, weil er sonst überfordert ist und dann die Wohnung unsicher macht. Also könnte ich Amon nur ein Zimmer zur Verfügung stellen, leider kann er aber Türen öffnen. Nun könnte ich sie ja abschließen, aber er kratzt dann solange an der Türklinke bis sie auf geht u. da ich keine Lust habe neue Türen kaufen zu müssen, habe ich mich für den Kennel entschieden. Außerdem sollen in unsere Wohnung auch noch später Hunde erlaubt sein u. da möchte ich auch als positives Beispiel vorangehen bzw. wenn er dann gegen die Türen springt ist das sicherlich auch nicht gerade leise.
Die ersten Tage lässt man den Kennel offen u. der Hund bekommt sein Futter darin, auch sämtliches Knabberwerk, so dass er den Kennel nur positiv kennenlernt. Unser Ziel ist, dass er den Kennel so toll findet, dass er freiwillig und gerne in den Kennel geht.
Wenn er dann damit keinerlei Probleme hat, dann schließt man den Kennel während der Hund seine Sachen frißt, dabei sollte man sehr langsam und nicht allzu schnell vorgehen.
Man wird dann schnell merken, dass der Hund auch mal unaufgefordert in den Kennel geht und dort schläft (meiner schnarcht im Moment darin 😀 ).
Als nächste Übung macht man dann immer öfter für ein paar Minuten den Kennel zu und verläßt den Raum, dabei immer darauf achten, dass der Hund nicht winselt oder sich gestresst fühlt. Ich persönlich lege auch so mal ein Leckerchen rein und wenn er dann zufällig reingeht, findet er es gleich und verbindet den Kennel dann als eine positive Erfahrung.
Das ganze erhöht man dann u. läßt den Hund auch schonmal nachts bei offenem Kennel schlafen u. später schließt man ihn schonmal.
Ich habe mir dafür 1 bis 2 Monate vorgenommen, da wir aber extrem gut vorankommen, schaffen wir es vielleicht auch schon innerhalb 1 Monats. Lieber trainieren wir es langsam und dafür klappt es dann hinterher auch. In der ersten Zeit lässt man den Kennel beim alleine bleiben zu und später kann man ihn dann wieder öffnen u. der Hund hat dann das alleine bleiben auf eine nicht allzu stressige Art gelernt.
Mir ist allgemein aufgefallen, dass sehr viele nervöse Hunde gerade mit dem alleine bleiben Probleme haben. Aber ich bin auch der Meinung, dass wenn man dem Hund erstmal das alleine bleiben beigebracht hat, es auch für den Hund sehr stressfrei sein kann.
Wenn man das alleine bleiben übt, muss man auch immer darauf achten, was der Hund für ein Typ ist, hat er einfach Trennungsangst oder ist es ein Zeichen für Kontrollverlust. Ein sehr gutes Buch ist von James o`Hear – Trennungsangst beim Hund.
Mein Vorschlag ist sicherlich nicht für jeden Hund passend, aber für meinen Hund die beste Lösung. Am Anfang war ich auch nicht so sehr von der Idee begeistert ihn „einzusperren“, ich habe mich dann genau darüber informiert u. bin mittlerweile doch sehr davon angetan.
Man sollte auch nicht den Fehler machen und den Hund nur im Kennel lassen, er darf dazwischen auch wo anders liegen, das Training soll allen Beteiligten Spaß machen.
Hallo Bettina
das ist eine gelungene Beschreibung für eine Angewöhnung. Sich sehr viel Zeit zu nehmen und keinen Druck auszuüben sind wichtige Voraussetzungen, um einen Hund mit Freude an eine Sache heranzubringen. Leider wird das in Hundeschulen zu selten angesprochen.
Also heute morgen gab es dann wieder das Futter im Kennel, mittlerweile springt er schon automatisch rein, wobei ich manchmal seinem Hinterteil etwas nachhelfen muss 😀 Kennel schließen können wir auch schon beim füttern, allerdings muss ich den genauen Zeitpunkt abpassen, wann er fertig ist. Ist er eine Sekunde zu lange drinnen, fängt er schon an zu winseln. Das ist mir jetzt leider 2 mal passiert und ein drittes Mal passiert mir das ganz bestimmt nicht mehr. Solche Fehler können im Extremfall eine Übung kaputt machen, man geht dann einfach wieder einen Schritt zurück.
Was ich bei meiner Beschreibung vergessen habe, es gibt spezielle Wassernäpfe für Kennels, da man diese allerdings nur bei bestimmten Fachhändlern bekommen kann und nicht im handelsüblichen Tierladen, nehme ich eine kleine Wasserschüssel, die man geschickt in eine Ecke des Kennels stellen kann. Wasser sollten sie natürlich auch bei den Übungen zur Verfügung haben. Außerdem wird dann die Übung nicht unterbrochen, denn wenn die Wasserschüssel in einem anderen Raum steht, müssen sie ja wieder aus dem Kennel raus, was dann unter Umständen zu einem Missverständnis zwischen Besitzer und Hund führen könnte.
Also unser Kenneltraining klappt super, er bleibt jetzt für unbestimmte Zeit ruhig im Kennel liegen, selbst wenn wir in einem anderen Zimmer sind oder wenn ich vergessen habe, dass Hund ja noch im Kennel liegt 😀
Ich hatte das Training angefangen, damit er mit dem alleine bleiben keine Probleme mehr hat. Seit dieser Woche weiß ich auch woran sein Problem lag. Wenn ich die Verabschiedung mache, dann bin ich wohl leicht nervös, das überträgt sich auf ihn u. er wird dann auch unruhig. Wenn mein Freund allerdings die Verabschiedung macht, dann kann Amon zu jeder Zeit ohne Probleme alleine bleiben. Fazit: Mein Freund macht in Zukunft die Verabschiedung u. ich muss an meiner innerlichen Ruhe arbeiten.