Infobrief zum thema Vogelgrippe

Werte Leserinnen und Leser,

uns allen sind die derzeitlichen Meldungen zur Vogelgrippe, früher

Geflügelpest genannt, bekannt.

Aufklärung zu diesem Thema.

1. Das Virus hat die Grenze von Mensch zu Mensch noch nicht überschritten,

und es relativ unwahrscheinlich, daß es dies tun wird.

2. Es gibt Schutzimpfungen für Geflügel, welche in Deutschland leider

nicht zugelassen werden: Einer der Gründe ist, dass ein deutsches Masthähnchen nicht älter als 35 Tage wird. Das Ministerium spricht von wirtschaftlich vertretbaren Kosten.

Dies bedeutet aber, dass alles andere Geflügel wie Legehennen oder Puten der Geflügelproduzierenden Betriebe, der Kleinlandwirte, der Hobbyhalter und der zoologischen Gärten auch nicht geimpft werden darf.

In China wurde ein wirksamer Impfstoff mit inaktiven Viren entwicklet.

Das bedeutet die Viren sind abgetötet und somit nicht in der Lage

anzustecken. Von geimpften Tieren kann somit später also kein

Infektionsrisiko ausgehen, weder für Tier noch für Mensch.

Doch zutsändige Behörden setzen auf Vorbeugung. Dies bedeutet, bei

auftretendem Verdacht von Vogelgrippe wird vorbeugend alles Geflügel des verdächtigen Bestandes und benachbarter Bestände getötet (Keulung genannt)

Warum wird der Impfstoff dann nicht zugelassen?

Das Problem besteht im Antikörpernachweis. Um frühzeitig festzustellen, ob

ein Tier mit Vogelgrippe infiziert ist wird in Blutproben nach

Antikörperbildung gegen diesen Virus gesucht. Da aber sowohl infizierte

Tiere als auch geimpfte Tiere Antikörper bilden ist eine Unterscheidung

mittels Untersuchungsmethoden nicht möglich.

Doch mittels Listenführung könnte jeder Halter bei geschlossen beringten

Tieren die Impfung nachweisen. Was nicht beringt ist, könnte einen

Mikrochip erhalten oder eine Tätowierung.

Am 23. 08. 2005 ging folgende neue Meldung ein:

Einer Arbeitsgruppe im Institut für Molekularbiologie des

Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems unter Leitung von

Prof. Dr. Thomas C. Mettenleiter und Dr. Walter Fuchs ist es gelungen,

einen neuartigen Impfstoff gegen die Geflügelpest (‚Vogelgrippe‘) zu

entwickeln. Wie das Institut mitteilte, sind entsprechende erste

Versuchsreihen erfolgreich abgeschlossen worden

Dieser Impfstoff wird über das Trinkwasser oder als Spray verabreicht.

Er müßte wohl die Forderungen der Ministerien und der Industrie nach

wirtschaftlicher Vertretbarkeit erfüllen. Leider ist die Zulassung noch

nicht abgeschlossen. Aber die Lage schreit förmlich nach Eilzulassung.

3. Wem nützt die Hetzkampanie gegen Geflügelhalter und Züchter?

Wer profitiert von massenhaften Tierkeulungen?

Sicherlich die industrielle Geflügelwirtschaft, denn sie könnte dann

Haltungsbedingungen (Käfighaltung) und Preise für Geflügelprodukte

diktieren. Preise für Fleisch Eier, ja sogar für jedes Stück Kuchen würden

weiter explodieren. Die Folge ist ein Verlust der Kaufkraft unseres ohnehin nicht steigenden Einkommens.

4. Wußten Sie, daß eine große Anzahl von Impfstoffen aus befruchteten und angebrüteten, mit den jeweiligen Viren infizierten Hühnereiern hergestellt wird?

5. Wieviele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel? Fragen Sie einmal bei

einem Futtermittelhändler nach wieviel die Hobbygeflügelhaltungen am Umsatz ausmachen. Es kommen erhebliche Umsatzeinbusen und steigende Arbeitslosigkeit dann auch bei den Herstellern dazu. Es ist ein

Teufelskreis, der immer höhere Kreis zieht.

Das wird langfristig auch Ihren Arbeitsplatz betreffen.

6. Viele Rassen sind schon auf einer sogenannten Roten Liste der vom

Aussterben bedrohten Haustierrassen geführt, Rassegeflügel hat sich mit unserer Kultur entwickelt, und zählt somit zum Kulturerbe.

Angesichts immer häufiger auftretender Krankheitstypen und

Gesundheitsschäden bei Tieren in der Geflügelproduktion sind bald

Rückgriffe auf das Genmaterial solcher Rassen notwendig. Wetterbeständigkeit, Kälteunempfindlichkeit, Futterverwertung sind nur einige Beispiele dafür, welche Reserven in den Rassen der roten Liste schlummern.

7. Für viele entfällt eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Vor allem

ältere Menschen betrifft es, die ihr Herz im Lebensabend an die

Geflügelzucht gehängt haben.

8. Seuchen hat es schon immer gegeben und ich bin davon überzeugt, daß die verschiedenen Vogelgrippeviren nur auf Grund von moderne Diagnostik häufiger diagnostiziert werden.

9. Am 30.04.2003 schrieb die AHO ein Update zum damaligen Stand des Geflügelpestausbruches :“ es waren 243 Geflügelhaltungen betroffen, davon 19 Hobbyhaltungen..“

Wer kann rechnen und die Prozentzahlen ermitteln?

Wenn die Geflügelwirtschaft tatsächlich so sauber ist, warum dann dieses Verhältnis zu Ungunsten der industriellen Tierhaltung?

10. Die Europäische Union hat am 28.08.2005 eine überarbeitete Richtlinie zur gemeinsamen Bekämpfung der Geflügelpest auf den Weg gebracht.

Dazu steht unter anderem im Punkt 3 Absatz 3 der Vorschag zu neuen

und flexibleren Impfvorschriften. Im weiteren Verlauf der Fassung wird

jedoch jedem Mitgliedsland eine strengere Durchführung der

Bekämpfungsmaßnahmen eingeräumt.

Soviel zur objektiven Aufklärung zum Stand der Gefahr durch

die Vogelgrippe. Jeder Leser und jede Leserin, welche glaubt

nun etwas besser informiert zu sein, ist aufgefordert diesen

Text in Foren, Gästebücher oder als Leserbrief in der Tages-

zeitung zu posten.

Denn die Vogelgrippe geht uns alle an, jeden gleich ob

Vogelhalter oder Nichtvogelhalter.

Danke

Thilda

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