Winterfütterung tut not!


Winterfütterung der Wildtiere

Es ist ja umstritten, ob man die Vögel im Winter füttern soll oder nicht.

Aber da der Mensch schon seit Jahrzehnten in die Natur eingreift und dadurch die natürliche Umwelt der Wildtiere zwar nicht zerstört, aber dennoch das Gleichgewicht ins Wanken bringt, sollte der Mensch dieses Gleichgewicht mit seinen Möglicheiten wieder etwas korrigieren.

Allein das Beschneiden der Sträucher im Herbst – man sollte das wirklich erst im Frühjahr machen, dann haben die Pflanzen auch viel mehr Kraft, um wieder neu auszutreiben! – an denen Beeren oder Samen zu finden sind, ist eine Unsitte geworden. Das Entfernen von Laub und abgeblühten einjährigen Blumen, damit der Garten selbst im Winter auch ja “ gepflegt“ aussieht, sollte vermieden werden. Im Laub überwintern sehr viele Insekten – auch nützliche! Das Laub also nicht vernichten, schon gar nicht mit einem Laubsauger (!), sondern vorsichtig in eine Ecke oder an den Rand des Gartens kehren. Und Familie Amsel freut sich, sogar im Winter bei Frost mal ein paar Insekten zu finden … In den vertrockneten Blumen findet man auch im tiefsten Winter Spinnen, die sich dorthin verkrochen haben.

Mal ganz abgesehen davon, wie hübsch es aussieht, wenn sich auf den Sträuchern und Blumen Reif gebildet hat oder auf den Spitzen kleine Schneehäufchen stehen … und dann das Sonnenlicht alles glitzern lässt …

Ab wann füttern?

Wichtig ist, dass die Vögel wirklich erst gefüttert werden bei Tagfrost oder einer geschlossenen Schneedecke, wenn die Vögel keine Samen oder Insekten am Boden bzw. in den Baumrinden mehr finden können. Viele Menschen meinen, man müsse schon im Spätherbst beginnen, damit die Vögel frühzeitig ihre Futterstellen ausfindig machen können. Vögel bekommen sofort spitz, wo es etwas zu fressen gibt … das macht ganz schnell die Runde – sozusagen Schnabelpropaganda …

Wo und wie füttern?

Die Futterhäuschen sollten so angebracht werden, dass nicht bei starkem Wind Regen oder Schnee an das Futter gelangt und es nass werden lässt. Außerdem sollten die Häuschen so konstruiert sein, dass mindestens 2 Seitenöffnungen vorhanden sind, damit die Vögel bei Gefahr sofort flüchten können. Wenn es geht, den Standort katzensicher wählen und in die Nähe einen oder mehrere Haufen Strauchgut legen, damit die am Boden pickenden Vögel schnell vor Sperber, Hähern und Krähen Zuflucht finden können. Sollten sich nachts Mäuse oder Ratten angefunden haben („Deine Spuren im Schnee“), ist es ein Zeichen, dass zu viel Futter angeboten worden war – das Futter sollte an Menge nur den Tagesbedarf decken!

Die Futterstellen müssen peinlichst sauber gehalten werden wegen der Infektionsgefahr durch Kot – also unter den Futterstellen immer wieder Reste von Futter und möglichst den Kot entfernen. Durch den Kot können Kokzidien und Salmonellen übertragen werden – Sollte in der Nähe des Futterplatzes ein toter Vogel gefunden werden, muss umgehend das Restfutter vernichtet, die Futterstelle gereinigt und das Futterhaus mit heissem Wasser gesäubert werden oder mit einem Desinfektionsmittel (Bactazol z.B.). Erst dann kann die Fütterung fortgesetzt werden. Es ist auch besser, mehrere kleine Futterstellen einzurichten als eine riesig große. Es ist ratsam, die Futterhäuschen REGELMÄßIG zu desinfizieren – Da ich sehr viele Vögel als Wintergäste betreue, reinige ich jedes Wochenende unter stetem Gezeter der Amseln und aufgeregtem Palaver der Feldsperlinge und Meisen die Futterstellen. Herr Specht wartet in der Tanne, Buchfinken, Rotkehlchen und die anderen geduldig in den Eichen oder Buchen. Die Fasane und Tauben (kommen regelmäßig in den Abendstunden – Achtung: evtl. sehr viel Kot – den morgens sofort entfernen) sind „unsichtbar“ … Ich habe im Umkreis von 50 cm meines Futterhauses eine dünne Schicht Sand gestreut, der 1x in der Woche erneuert wird.

Das Futter darf nicht feucht werden – es schimmelt oder vereist sonst zu schnell. So sollte Futter auch nie auf den Boden gestreut werden, sondern in Silos angeboten werden, in denen das frische Futter nachrutscht. Nun haben gerade Meisen die Angewohnheit, mit dem Schnabel durch die Körner zu wühlen, um sich die Sonnenblumenkerne zu schnappen – dabei fallen natürlich andere Körner auf den Boden, die dann von Buchfinken, Spatzen, Rotkehlchen, Heckenbraunellen, Zaunkönig usw. gefressen werden. Meisenknödel können ruhig feucht werden, denn das Fettgemisch schützt die Körner vor Nässe. Die Talgbrösel, die auf den Boden fallen, werden gerne von den Weichfressern aufgenommen, und das ist auch okay – sie ersetzen quasi tierische Kost.

Was füttern?

Für die Körnerfresser …

… sollte man fertige Mischungen und Meisenknödel kaufen – da macht man nichts verkehrt. Die bei Meisen (und Spechten) beliebten Nussnetze müssen trocken sein!! Und die leeren Netze sofort entfernen, ehe sie „der Wind verweht“ – sie werden von den Vögeln später gerne als Nistmaterial verwendet und können eine tödliche Falle werden …Besser auch hier: Silos! Außerdem sind lose Nüsse preiswerter!

Für die Weichfresser…

…klein geschnittene Apfelstückchen, Rosinen, Korinthen, in heißem Öl getränkte Haferflocken, Mohn, Weizenkleie, getrocknete Waldbeeren oder auch mal getrocknetes Fleisch in eine kleine Porzellan- oder stabile Plastikschale geben – ich habe dafür ein Weichfuttersilo gekauft -. Aber nur so viel Futter, wie an einem Tag gefressen werden kann – Reste durchfrieren schnell bei hoher Feuchtigkeit und werden durch die Vögel verschmutzt durch Kot – manche „wandern“ ja direkt durch die Schalen …

Äpfel spieße ich immer in einem Kirschbaum auf – oder an einem kleinen Stab auf dem Boden – so bleibt der Apfel sauber. Beliebt sind auch ungespritzte Weinrauben – falls doch gespritzt: Vorher mit sehr heißem Wasser waschen, dann mit kaltem nachspülen, gut abtrocknen und servieren … Ich gebe manchmal hartgekochtes, sehr klein gehacktes Eigelb in das Futter.

KEIN BROT füttern! KEINE KÜCHENABFÄLLE! KEINE WURST ODER GERÄUCHERTES!

Brot quillt im Magen auf, säuert und verursacht Durchfall, Küchenabfälle sind zu salzig, zu gewürzt und schimmeln sehr leicht – haben also absolut nichts auf einem Futterplatz zu suchen.

Gegen den Durst …

… kann man Wasser reichen – gegen das Gefrieren entweder einen Tränkenwärmer (Fachhandel) unter den Tränke stellen oder Backsteine im Backofen erhitzen und unter den Tränke stellen. Früher haben die Menschen einen heißen Backstein sogar IN das Wasser gelegt – . Bastler und Tüftler entwerfen gerne ein Gestell, in deren Mitte ein Teelicht gestellt wird (hält ca. 4 Stunden) – oder man borgt sich einfach das Stövchen aus … Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt – nur, zu warm darf das Wasser natürlich auch nicht werden …

Wie lange füttern?

Die Fütterung sollte bis zum Tauwetter durchgehend erfolgen. Beendet man zu früh, verhungern die Vögel, weil sie sich an diese Nahrungsquelle gewöhnt haben. Danach sollte aber sofort aufgehört werden, denn sobald die Brutzeit beginnt, müssen die Vögel sich wieder an ihr Naturfutter halten. So sterben Jungvögel, wenn sie von den Eltern mit Körnern gefüttert werden, weil die Körner schwer oder gar nicht verdaut werden können (allerdings habe ich beobachten können, daß Klaus, mein Hauskleiber und sein Weib Klara regelmäßg auch während der Brutzeit im Hühnerstall Körner klauen – ABER: Ihre Jungen füttern sie mit Insekten. Nur verlassen würde ich mich bei Meise & Co darauf nicht).

Die Futterreste, die im Frühjahr übrig geblieben sind, also bitte nicht in die Natur verstreuen, sondern in die Biotonne werfen – so schwer es auch fällt. Zusätzliche Gefahr ist nämlich auch, daß bereits anwesende Zugvögel dieses verstreute Futter aufneh

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